Es ist Zeit!

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Zeit ist Geld!

Zeit ist bekanntlich Geld und daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich der Dienstgeber nicht nur bei der Entlohnung selbst sondern auch beim Thema „Dienstzeit“ viel Geld sparen kann.
Uns als AUF/FEG ist es in den letzten Jahren verstärkt darum gegangen, dass alle Zeiten, die wir für den Dienstgeber zur Verfügung stehen bzw. ihm zur Verfügung stellen, entsprechend angerechnet/entlohnt werden.

Unbezahlte Zeiten!

Faktum ist nämlich, dass uns Zeiten einfach gestrichen oder faktisch gestohlen werden, um eine gewünschte „Kostenneutralität“ zu erreichen.
Das zeigt sich etwa bei einer gerechten Anrechnung von Vordienstzeiten, wo der Dienstgeber bis heute nach zahlreichen verlorenen Gerichtsverfahren keine rechtskonforme Regelung zustande gebracht hat. Obwohl er von der Vorbildung oder Berufserfahrung der Betroffenen profitiert, werden diese Zeiten einfach aus dem Lebenslauf gestrichen, um Geld zu sparen.
Aber auch Ersatzruhezeiten für Sonn- und Feiertagsdienste sind praktisch wertlos, weil man sie einfach auf eine Stelle im Dienstplan setzt, wo ohnedies kein Dienst zu verrichten gewesen wäre, obwohl sie eigentlich eine verschobene Dienstzeit markieren müssten.
Selbst für entgangene Mindestruhezeiten, die uns der Dienstgeber durch Überstunden abkauft, erhalten wir keinen Ausgleich im Sinne des gebotenen Gesundheitsschutzes (Grundrecht auf ausreichende Ruhezeiten) und drohen wir immer mehr auszubrennen.
Auch bei den Rüstzeiten zeigt sich die ignorante Sparsamkeit des Dienstgebers zu unserem Nachteil. Obwohl wir zum Zwecke einer durchgehend geforderten Einsatzbereitschaft Freizeit opfern und bereits vor Dienstbeginn aufrüsten bzw. nach Dienstschluss abrüsten, gibt es dafür weder eine zeitliche noch eine finanzielle Vergütung.

Keine Zeit, kein Geld!

All diese Zeiten werden also von uns ohne angemessene Vergütung geopfert und der Dienstgeber spart sich nach dem Motto „Keine (Vor-)Dienstzeiten, kein Entgelt“ eine Menge Geld.

ABER:
Sind denn die Stunden, in der wir beispielsweise unsere Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse erworben haben keine Zeit und profitiert der Dienstgeber nicht täglich davon?
Sind denn die Stunden an einem Sonn- oder Feiertag, wenn wir nicht bei unserer Familie sein können, keine Zeit und sollten wir dafür nicht einen gleichwertigen Ersatz erhalten?
Sind denn die Stunden, wo wir für fehlende KollegInnen einspringen müssen und nicht unsere notwendigen Erholungszeiten haben können, keine Zeit und kann man uns ganz einfach unsere Gesundheit abkaufen?

Wir sagen:

Es ist Zeit! All diese Stunden sind selbstverständlich wertvolle Zeit und darum kämpfen wir trotz aller Widerstände darum, dass sie entsprechend anerkannt und in Folge angemessen vergütet werden.

Und darum sagen wir auch: 

Es ist Zeit, die Segel anders zu setzen!

In den letzten Jahren wurde die AUF/FEG für diesen Kampf oftmals belächelt, dann heftig kritisiert und schließlich wurde mit allen Mitteln versucht, einen Erfolg für unser Bemühen um eine gerechte „Zeitenrechnung“ zu verhindern.
Doch der wachsende Zuspruch im Kollegenkreis zeitigt nun erste Erfolge und konnten sich etwa schon einige Kollegen über eine deftige Nachzahlung in Zusammenhang mit der Anrechnung von Vordienstzeiten (Vorrückungsstichtag) freuen. Das bestärkt uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Wie dringend es hier Verbesserungen braucht, zeigt ja das massive Nachwuchsproblem, mit dem vor wenigen Jahren – außer uns – offenbar noch niemand gerechnet hat.

Für uns war es daher keine bloße Floskel als wir schon 2014 festgestellt haben, dass es Zeit für einen Wechsel ist. Und für uns ist auch nach einer Wahl klar, dass es – höchste – Zeit ist, die Segel anders zu setzen!

P.S.: Auch bei der Erhöhung der Zeitgutschrift für Nachtdienste könnt ihr euch darauf verlassen, dass wir die diesbezügliche Zusage von unserem Dienstgeber einmahnen werden!

Euer Team der AUF/FEG

Author: AUF OOE FA 2

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