„Gelasertes“ Auge des Gesetzes!

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Kosten für Laseroperation am Auge stellen keine Werbungskosten dar!

Beruflich veranlasste Ausgaben sind bekanntlich als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Demnach sollte man auch annehmen, dass Polizeianwärter, die sich zur Erfüllung der Aufnahmekriterien wegen Fehlsichtigkeit einer Laseroperation unterziehen müssen, die daraus resultierenden Kosten entsprechend absetzen können.

Doch nachdem bereits das Finanzamt die Absetzbarkeit dieser Ausgaben als Werbungskosten negiert hatte, hat nun auch das Bundesfinanzgericht negativ geurteilt:

„Da eine nicht nur geringfügige Fehlsichtigkeit naturgemäß nicht (nahezu) ausschließlich im beruflichen Bereich zum Tragen kommt, stellen Aufwendungen für eine Augenlaseroperation keine Werbungskosten dar, sondern sind diese Aufwendungen unter § 34 EStG 1988 (außergewöhnliche Belastungen) zu subsumieren. Dem Umstand, dass die Augenoperation vom Dienstgeber als sachlich gerechtfertigte Voraussetzung vorgegeben wurde, kommt dabei keine steuerrechtliche Bedeutung zu.“  Entscheidung ansehen!

Demnach ist hier also das private Interesse in den Vordergrund zu stellen und sei ein geschärftes „Auge des Gesetzes“ selbst dann, wenn dies der Dienstgeber verlangt, in steuerrechtlicher Hinsicht nicht beruflich veranlasst (??).

Die entstandenen Kosten – in diesem Fall über 4.000.-  Euro – können daher nur als außergewöhnliche Belastung mit dem entsprechenden Selbstbehalt geltend gemacht werden. Diese Entscheidung bewirkt somit in der Praxis schnell einmal einen Steuernachteil von € 1.000.-

Unsere Meinung dazu: Vielleicht sollten ja die zuständigen Richter beim Bundesfinanzgericht auch einmal zum Sehtest gehen, um sicherzustellen, dass ihr Blick auf gewisse Dinge nicht getrübt ist!

Euer AUF/FEG Team

Author: AUF OOE FA 2

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