Personalbeschönigungspolitik OÖ

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OÖ hat kein Personalproblem!“ behauptet die Landespolizeidirektion OÖ. Von 3927 Bediensteten sind ca. 400 in der Verwaltung beschäftigt. Für den Polizeidienst stünden somit ca. 3550 Polizisten/innen zur Verfügung, was einen Überstand von ca. 50 Bediensteten bedeute.

Das ist „Personalbeschönigung gepaart mit  Realitätsverweigerung“ konstatiert die AUF/FEG. Für das tatsächlich verfügbare Personal ist der Stellenplan zweitrangig. Tatsache ist nämlich, dass von den systemisierten 3550 Polizisten ca. 

170 nicht zur Verfügung stehen, weil sie sich in der 2-jährigen Grundausbildung befinden
weitere 170 nicht dem dienstbaren Stand zugerechnet werden können, weil sie in Karenz oder Teilzeit sind (Personaläquivalent zur Vollbeschäftigung)
weitere 100 außerhalb des Bundeslandes oder zu Sondereinheiten zugeteilt sind
noch einmal 100 allein heuer in Pension gehen (Tendenz steigend).

Fazit: 540 Polizisten/innen fehlen für die eigentliche Polizeiarbeit!

Dieser Fehlstand kann durch die heurigen Ausmusterungen nicht im geringsten kompensiert werden. Das bedeutet, dass die verbleibenden Kollegen/innen jährlich ca. 575.000 Überstunden und ca. 90.000 Journaldienststunden (parlamentarischer Beantwortung) leisten müssen, um den Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten. Das entspricht einem Personaläquivalent von ca. 360 Vollbeschäftigten. Zudem müssen die verbleibenden, tatsächlich verfügbaren Bediensteten die Arbeit der fehlenden Polizisten/innen schultern.

Wir schleppen dieses Personalproblem nun seit Jahrzehnten mit. Die Grenze der Belastbarkeit wurde längst überschritten und der Blick in die Zukunft ist alles andere als rosig. OÖ hat mit 170 in Ausbildung stehenden Polizisten/innen die maximale Ausbildungskapazität erreicht. Das reicht aber nicht einmal aus, um die vorgegebenen Pensionsabgänge abzudecken. Zunehmend entwickelt sich auch der Trend von einem höherem Frauenanteil zu einem merklichen Problem. Es gibt keinerlei Vorkehrungen, die dem natürlichen Wunsch der jungen Kolleginnen nach einer Familiengründung Rechnung tragen.

Klägliches Versagen der Personalpolitik: Seit 25 Jahren verrichten Frauen in der österreichischen Polizei Exekutivdienst und wir haben noch immer keinen Personalpool, der Ersatz für mutterschaftsbedingte Ausfälle gewährleistet!

Es stellt sich daher die Frage, wie lange mit einer derartigen Personalsituation die Aufrechterhaltung der „Sicherheit“ noch gewährleistet werden kann, zumal auch die steigenden Verwaltungstätigkeiten die eigentliche Polizeiarbeit zunehmend in den Hintergrund drängen. Für ordentliche Aufklärungsarbeit und Prävention steht sowieso kaum noch Zeit und Personal zur Verfügung. Angesichts dieser Fakten haben politische Zusagen für mehr Polizei, insbesondere vor Wahlen, für uns keinen Stellenwert mehr und sind eher unter dem Begriff „Schönfärberei!“ einzuordnen.

Euer AUF/FEG-Team

Author: AUF OOE Polizei

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