POLIZEI hat große Nachwuchssorgen!

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Wie der Standard  am 2.Juni 2017 berichtet (ansehen) werden bis 2028 ca. 16.000 von 28.700 PolizistInnen in den Ruhestand treten! Sollte dies den Tatsachen entsprechen, müssten wir in den kommenden 10 Jahren durchschnittlich an die 1.600 Abgänge pro Jahr (ohne Austritte, Todesfälle etc.) kompensieren, um wenigstens den jetzigen Personalstand halten zu können.

Ausbildungsengpass:

Aktuell befinden sich bundesweit jedoch nur ca. 2.100 Neuzugänge in Ausbildung, was bei einer Ausbildungszeit von zwei Jahren eine Ausmusterungsquote von lediglich knapp über 1.000 pro Jahr ergibt. Somit wäre nach heutigem Stand bis 2028 sogar ein Minus von 6.000 Bediensteten denkbar. Doch die Bildungszentren sind „voll“ und an den Belastungsgrenzen angelangt. Darüber hinaus wird es aber auch immer schwieriger genügend „geeignete“ Interessenten für unseren Beruf zu finden.

Frauenanteil:

Große Herausforderungen in Verbindung mit dem steigenden Frauenanteil – derzeit knapp 18% – und den damit zusammenhängenden, mutterschaftsbedingten Fehlständen verschärfen diese Problematik zusätzlich.

Zudem ist seit 2015 ein merkbarer Anstieg bei den freiwilligen Austritten – auch bei langdienenden KollegInnen – festzustellen! Oftmals wird hier die mangelnde Möglichkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Begründung angeführt.

Polizeiberuf muss interessanter/attraktiver werden!

Neben der Erhöhung der Ausbildungskapazitäten braucht es daher dringend eine Vielzahl von Verbesserungen für den Polizeiberuf, um die erforderliche Quote an Aufnahmen schaffen zu können. Allein die Tatsache, dass nur einer von 10 Bewerbern für den Polizeidienst geeignet ist, belegt den diesbezüglichen Handlungsbedarf. Statt nun Aufnahmekriterien (erforderliche Punktezahl wurde bereits drastisch reduziert) zu ändern, sollte der Polizeiberuf vor allem (wieder) den Stellenwert erhalten, der ihm zusteht.

Faktum ist:

Die Polizei wurde in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zum Hilfsarbeiter für alle möglichen Behörden und Ämter degradiert, die eine Flut von nicht immer sinnvollen bzw. oftmals praxisuntauglichen Gesetzen zu vollziehen haben. Gleichzeitig wurde unsere Arbeit etwa durch eine völlig überzogene Datenschutzhysterie (Stichwort: Amtsmissbrauch) im Zusammenwirken mit einer geradezu polizeifeindlichen Justiz regelrecht kriminalisiert. Statt unsere Leistung durch ein ordentliches Grundgehalt angemessen zu entlohnen, wurden wir gezwungen, uns durch immer noch mehr Überstunden ein entsprechendes Einkommen zu „verdienen“. Über 2.000 verletzte KollegInnen sind schließlich der letzte Beleg für den dramatischen Verlust an Respekt für die „Gesetzeshüter“, ohne den Polizeiarbeit aber nicht machbar ist.

Wir halten daher fest: 

Die AUF/FEG hat als einzige Interessensvertretung schon seit vielen Jahren auf all diese Probleme hingewiesen und insbesondere die diesbezügliche „Personallüge“ angeprangert. Dafür wurden wir der Panikmache und der Verunsicherung bezichtigt. Anstatt unsere Warnungen ernst zu nehmen und sich um die anstehenden „Baustellen“ zu kümmern, hat man lieber das Hauptaugenmerk auf irgendwelche Prestigeprojekte samt medialer Inszenierung gelegt. Jetzt braucht es jedenfalls dringend „Divisionen statt Visionen“, um den drohenden Personalkollaps zu verhindern!

Euer AUF/FEG Team

Author: AUF OOE Polizei

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