Polizisten sind keine Fußabtreter!

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Die Belastungsgrenzen sind längst überschritten und viele Leistungen – vor allem im Regeldienst – können kaum mehr erbracht werden. Stark steigende Herausforderungen in vielen Bereichen (z.B.: Terrorismusbekämpfung, Cyber-Crime, Bewältigung der Flüchtlingssituation) führen zusätzlich zu den notwendigen Großeinsätzen bei Demonstrationen oder Fußballspielen dazu, dass die Personaldecke auf den Dienststellen extrem ausgedünnt wird. Der damit einhergehende Anstieg von Überstunden bei immer kürzeren Pausen und Ruhezeiten setzt nicht nur unserer Gesundheit zu, sondern belastet auch unser soziales Umfeld mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Familien- und Bekanntenkreis (Stichwort: Beziehungsende). Diese Umstände machen unseren Job an sich schon schwierig genug und lassen immer mehr KollegInnen daran zweifeln, ob sie die richtige Berufswahl getroffen haben.

Zu allem Überfluss wird die Polizei nun zusätzlich als “Repräsentant des Staates” für gewisse gewaltbereite Gruppierungen immer mehr zur “Personifizierung” eines verhassten Systems. Dabei vergessen die Täter völlig, dass auch wir Menschen sind und gehen oft mit unvorstellbarer Brutalität gegen “Uniformträger” vor.

Der Inspektor als Respektsperson ist de facto Geschichte und viele sehen in uns vielmehr einen “Fußabtreter”, an dem sie ihre Aggressionen ausleben können.
Doch anstatt hier durch gesetzliche Schutzbestimmungen gegen zu steuern, wurde zuletzt die Höchststrafe für Angriffe auf Polizisten sogar herabgesetzt (von 5 auf 3 Jahre). Und auch die Justiz lässt uns kläglich im Stich, weil selbst dieses geringe Strafmaß nicht einmal annähernd ausgeschöpft wird.

Die Folge dieser Entwicklung ist eine weitere Reduktion des dienstbaren Personals infolge verletzungsbedingter Ausfälle, wie die aktuellen Zahlen über getötete und verletzte Polizisten dramatisch zum Ausdruck bringen:
– 11 Polizisten kamen in den vergangen zwölf Jahren im Zuge ihrer Pflichterfüllung zu Tode
– 992 Polizisten wurden allein im Vorjahr (94 davon schwer) durch Fremdeinwirkung verletzt
– 1.000 weitere Polizisten wurden bei Dienstunfällen verletzt

Siehe dazu auch die aktuelle Presseaussendung des AUF-Bundesvorsitzenden Werner HERBERT

FAZIT: Es müssen so rasch wie möglich von allen Seiten (Gesetzgeber, Justiz, Dienstgeber) entsprechende Schritte gesetzt werden, damit die Exekutive wieder den Stellenwert bekommt, der ihr als Hüter von Recht und Ordnung zusteht. WIR SIND NICHT DIE FUßABTRETER DER NATION!

Euer AUF/FEG Team

Author: AUF OOE FA 2

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