Überflüssige Personalvertretung ?

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Durch’s Reden kumman d’Leit z’samm sagt der Volksmund und der spricht bekanntlich die Wahrheit.

Unser Dienstgeber scheint das aber völlig anders zu sehen, wie seine teilweise mangelnde Gesprächsbereitschaft mit der Personalvertretung beweist. Man setzt immer öfter auf eine Strategie von geheimen Gesprächen im intimen Kreis, um anschließend fertige Projekte (Reformen, Dienstanweisungen etc.) als beschlossene Sache auf den Tisch legen zu können. Mail an alle Bedienstete in OÖ

Die Kollegenschaft selbst hat bekanntlich kaum Möglichkeiten, sich gegen die oftmals geradezu brachiale Vorgangsweise des Dienstgebers zur Wehr zu setzen. Deshalb wurde vom Gesetzgeber, die Personalvertretung durch das PVG dazu legitimiert, der Dienstbehörde dort Grenzen zu setzen, wo die gerechtfertigten Interessen der Dienstnehmer missachtet werden. Diese hat demnach nicht nur die Berechtigung sondern die gesetzliche Verpflichtung eben genau dort tätig zu werden, wo diese Interessen mit Füßen getreten werden. Auf der anderen Seite wurden dabei auch dem Dienstgeber gewisse Pflichten auferlegt, an die er sich zu halten hat!

Das Ziel des Gesetzgebers war hier unter anderem, nach Maßgabe eines ordnungsgemäßen Dienstbetriebs ein Wechselspiel zwischen Treueverpflichtung (Dienstnehmer) und Fürsorgeverpflichtung (Dienstgeber) sicherzustellen, um so letztlich für beide Seiten eine Win-Win Situation zu haben.
Gerade jetzt aber, wo  angesichts großer Herausforderungen und wachsender Probleme diese Gesprächsbereitschaft und Zusammenarbeit noch wichtiger ist, geht der Dienstgeber vermehrt dazu über, eine regelrechte Allmachtsmentalität auch gegenüber der Personalvertretung zu leben.
Unmittelbar vor Sitzungen langen Befehle und Anweisungen ein und erschwert man der Personalvertretung so die sachliche Wahrnehmung ihrer Aufgaben.
Um Entscheidungen mittragen zu können – etwa bei der Vergabe von Planstellen – braucht es aber vorher einer sachlichen Prüfung/Diskusssion, wo alle Argumente auf den Tisch kommen. Dass dies bei einer derartigen Vorgangsweise nicht möglich ist und hinterher so manches „Fragezeichen“ offenbleibt führt dann eher zu Irritationen und Neiddebatten als zu einer Win-Win Situation.
Dabei zeigt die Erfahrung durchaus, dass die Personalvertretung nicht selten hilfreiche Verbesserungsvorschläge hätte, um für dienstliche Notwendigkeiten und Entscheidungen der Führungsetage eine größere Akzeptanz in der Kollegenschaft zu erzielen. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass die Personalvertreter zumeist in einem engeren Kontakt zur Kollegenschaft stehen als die Führungskräfte.
Machtdemonstration ist jedenfalls kein Beleg für Entscheidungskompetenz oder Führungsqualitäten!

Die aktuelle Dienstanweisung zum Grenzeinsatz vom 17. November 2015 ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Dass die Personalvertretung hier nicht eingebunden wurde, verdeutlicht eine geradezu verblüffende Einstellung des Dienstgebers. Offenbar betrachtet man uns als unnötige Verhinderer und Störenfriede und nicht als „Sozialpartner“. Anstatt gemeinsam einen tragfähigen Kompromiss zum Wohl beider Seiten zu suchen, hat man lieber im Alleingang entschieden.
Das Personalvertretungsgesetz und die darin geforderte  Einbindung bis hin zu einer „einvernehmlichen“ Lösung einfach vom Tisch zu wischen, wird sich die AUF/FEG nicht gefallen lassen.

Es braucht bekanntlich nur einen, um den Karren in den Dreck zu fahren, aber es braucht hinterher alle, um ihn wieder heraus zu ziehen, sogar – das wird jetzt vielleicht manche Führungskräfte überraschen – die „überflüssige“ Personalvertretung!

Author: AUF OOE Polizei

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