Überstundenrekord: Kein Grund zur Freude!

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6,7 Millionen Überstunden bestätigen auch Personalnot!

Beamte fetten sich ihr Gehalt auf“ oder „Überstundenkosten bei Polizei explodieren“ sind oft gelesene Schlagzeilen in Zusammenhang mit unserer enormen Überstundenbelastung. Wie eine parlamentarische Anfragebeantwortung nun bestätigt hat, ist diesbezüglich für 2016 ein neuerlicher Rekord zu verzeichnen. Schön langsam nähern wir uns der unglaublichen 7 Millionenmarke und verdienen so viel wie noch nie (dazu).

Demnach sollten wir also überglücklich sein!

Doch die Bereitschaft, diese stetig wachsende Belastung auf sich zu nehmen, ist stark im Sinken.

680.000 Überstunden (ohne Journaldienst- und Bereitschaftsstunden) mussten allein die oö. Polizistinnen leisten und die LPD OÖ belegt damit hinter Wien und Niederösterreich den dritten Platz.

Diese Zahl bestätigt auch die prekäre Personalsituation, da über 80% dieser Überstunden systembedingt (müssen bereits vorab geplant werden) sind. Um diese Überstundendienste etwa im Rahmen von Plandienst erbringen zu können, bräuchte es zumindest zusätzliche 400 Bedienstete (bundesweit sogar 4.000)!

Überstunden helfen in Wahrheit dem Staat Geld zu sparen!

Die Kosten für diese Überstunden belasten nach unseren Berechnungen das Budget der LPD OÖ mit ca. 17 Mio Euro brutto. Im Vergleich dazu beträgt das Bruttoeinkommen für einen Exekutivbediensteten ohne Überstunden im Durchschnitt ca. € 45.000.- (Quelle: Bundeskanzleramt), was bei 400 Bediensteten ca. 18 Mio Euro ergibt!

Die LPD spart sich also so gesehen ungefähr 1 Mio Euro!

Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die meisten Zulagen nicht in die Grundvergütung für die Überstunden eingerechnet werden. Berücksichtigt man weiters die merklich höhere Besteuerung von Überstunden gegenüber dem Grundgehalt ist die Ersparnis für Vater Staat noch deutlich größer. Nicht umsonst wird wohl deshalb seit einigen Jahren die Überstundenentlohnung zusammen mit dem Grundgehalt angewiesen, um dieses Faktum zu verschleiern.

Darüber hinaus ist auch anzumerken, dass sich durch eine Personalpolitik nach dem Motto „möglichst wenig Beamte machen möglichst viele Überstunden“ weitere budgetschonende Effekte bei Ausbildung, Ausrüstung, Pension u.v.a.m. ergeben.

Welche Maßnahmen sind notwendig?

Natürlich wird es bei der Exekutive immer Überstunden geben bzw. geben müssen. Insbesondere die  systemimmanenten Mehrdienstleistungen könnten aber durch eine vernünftige Personalpolitik (z.B. die längst überfallige Implementierung eines echten Karenzpools) eingedämmt werden. Viele ältere Bedienstete sind dieser steigenden Belastung nicht mehr gewachsen und bei den jüngeren Bediensteten hat oftmals die Ausgewogenheit zwischen Beruf und Freizeit Vorrang (Stichwort: Work-Life Balance).

So lange sich der Staat jedoch zig Millionen mit seiner praktizierten Personalpolitik erspart, wird er kein echtes Interesse daran haben, dies wirklich nachhaltig zu ändern. Eine Reduktion der Überstunden würde zudem den Druck auf ein angemessenes Grundgehalt und eine ordentliche jährliche Gehaltserhöhung verstärken. Denn Tatsache ist, dass unser Realeinkommen seit 2010 sogar geringfügig gesunken ist, was durch die steigenden Überstunden kaschiert wird.

Wenn man einmal länger krank war und nur sein Grundgehalt ohne Zulagen bezogen hat, weiß man um diese Problematik!

Aus unserer Sicht braucht es daher dringend zwei Maßnahmen:

  1. Alle systemimmanenten Überstunden müssen steuerbegünstigt sein!
  2. Alle pauschalierten Zulagen sind in das Grundgehalt (Bestandteil des Gehalts) zu integrieren!

Hier geht’s zur Anfrage/Antwort:

Anfrage Überstunden

Antwort Überstunden

Euer Team der AUF/FEG

 

 

 

Author: AUF OOE FA 2

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