Wir wollen Überstunden und lange Dienste !?

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Dienst ohne Ende – Belastungsgrenze erreicht!

Reaktion: „Ich bin froh länger als 13 Stundendienste auf meiner Stammdienststelle, sowie bei den Sondereinsätzen verrichten, zu dürfen. Glücklicherweise bin ich auf einer Dienststelle, wo 24er noch geplant werden. So denke nicht nur ich, sondern vieler meiner Kollegen. Ich mache lieber längere Dienste, bevor ich öfter in die Arbeit fahren muss. Zu der derzeitigen Überstundenbelastung möchte ich angeben: der Großteil der Kollegen beschwert sich über die Überstundendienste nicht. Die meisten, so wie ich, haben ein Haus gebaut und sind über ein Zusatzeinkommen nicht ganz unzufrieden. Dass es Kollegen gibt, die keine Überstunden bzw. 24er machen wollen und auf ein zusätzliches Einkommen verzichten können ist mir klar, aber es widerspiegelt nicht die Mehrheit der Kollegenschaft mit denen ich Dienst verrichte. Eine Diensteinteilung mit maximal 13 Stunden würde vielen Kollegen nicht gefallen.“

Antwort: Wir können deine Sicht der Dinge vollkommen verstehen und wollen keinesfalls die Abschaffung längerer Dienste oder von Überstunden. Betrachte das aber einmal anders. Es gibt ein Arbeitszeitgesetz welches vorschreibt, dass prinzipiell nicht mehr als 13 Stunden täglich gearbeitet werden dürfen (davon ist die Polizei ausgenommen). Jedem Dienstnehmer – auch bei der Polizei – steht aber nach dem BDG eine tägliche Ruhezeit von 11 Std. und eine wöchentliche Ruhezeit von 35 Std. zu. Wird ein Arbeitnehmer in diesen Ruhezeiten zur Dienstverrichtung benötigt, hat er nicht nur Anspruch auf entsprechende Abgeltung (ÜStd, ZA usw.) sondern auch auf eine Ersatzruhezeit. Die Ersatzruhezeit bedeutet quasi die Verringerung der nachfolgenden Plandienststunden. Dies bewirkt aber letztlich, dass noch mehr Überstunden anfallen, wenn es zu keiner entsprechenden Personalaufstockung kommt.

Jetzt fragen wir dich, ob dir der Dienstgeber aus Spaß Mehrleistungsstunden (ÜStd JD) gibt? NEIN! Vielmehr benötigt er diese zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes. Und weil das so ist, will er das natürlich auf die für ihn billigste Weise machen – er erspart sich so die Ersatzruhezeit und Personal. Wir sind jedenfalls überzeugt davon, dass der Dienstgeber die Mehrleistungen sofort streichen würde, wenn er sie nicht mehr braucht und dann ist es ihm sicher egal, ob jeder einzelne Polizist weniger Einkommen hat oder mit dem Geld zum Häuslbauen gerechnet hat.

EINFACH ZUM NACHDENKEN!

Author: AUF OOE Polizei

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