Geschichte

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Die Freiheitliche Standesvertretung in der Exekutive!

Die freiheitliche Standesvertretung in der Exekutive war naturgemäß immer eng mit der FPÖ und deren Schicksal verwoben, wie die nachstehende Chronologie belegt. Trotzdem ist es uns bis heute gelungen, eine eigenständige Interessensvertretung zu bleiben, wo sich auch unabhängige Personalvertreter abseits vom tagespolitischen Geschehen und über alle Parteigrenzen hinweg für die berechtigten Anliegen der Exekutivbediensteten engagieren.

1975: Bei der Bundespersonalvertretungswahl kandidiert erstmalig eine freiheitliche Liste mit dem Namen die „Freiheitliche Standesliste für die Gendarmerie“ in Österreich.

schretter fritz

Schretter Fritz

Kandidaten: Benedikt Johann, Horvatits Franz, Schretter Fritz,  König Friedrich, Stockhammer Friedrich, Trautsamwieser Franz und Raab Josef.

1980: Hermann Mirtschin kandidierte erstmals für die Freiheitliche Standesvertretung bei der Zollwache.

1983: Bei der Personalvertretungswahl der Bundesgendarmerie kandidieren die Freiheitlichen nun zum ersten Mal auch in OÖ. Sie verfehlen den Einzug in den Fachausschuss „Gendarmerie OÖ“ nur ganz knapp.

jörg Haider 1986

Jörg Haider am Parteitag Innsbruck 1986


1986:
Die politische Situation Die FPÖ befindet sich in einer Koalition mit der SPÖ (Franz Vranitzky) unter der FPÖ-Obmannschaft von Norbert Steger. Diese Regierung zeugt jedoch zunehmend Frust an der FPÖ-Basis. Mit Hilfe des nationalen Flügels gelingt es Jörg Haider am 13. September 1986 bei einem Parteitag in Innsbruck, Norbert Steger als Vorsitzenden der FPÖ abzulösen. Auf diesen Führungswechsel hin kündigt Bundeskanzler Franz Vranitzky die Koalition mit den Freiheitlichen auf.

Bei den darauf folgenden Nationalratswahlen kann die FPÖ vor allem dank Haider ihr Ergebnis verdoppeln. Hauptthemen seiner Wahlreden sind der ausufernde Politproporz und die Forderung nach einem Privilegienabbau in der staatlichen Verwaltung. Es beginnt ein ungeahnter Aufschwung in der FPÖ, wovon auch die freiheitlichen Vorfeldorganisationen in der Personalvertretung profitieren.

Moritzhuber Wolfgang 1990

Wolfgang Moritzhuber

Markschläger Helmut 1991

Helmut Markschläger

scheuringer-1987

Scheuringer Josef

1987: Am 12. Oktober treffen sich Mag. Eizinger (FPÖ), Moritzhuber Wolfgang (GP Obernberg), Markschläger Helmut (GP Eferding), Scheuringer Josef (GP Raab) und Tretsch Emanuel (GP Schärding) in St.Willibald/OÖ und beschließen die Kandidatur einer eigenen Wählergruppe bei der Personalvertretungswahl am 2. und 3. Dezember 1987. Die Wählergruppe soll Unabhängige und Freiheitliche ansprechen, die sich bis zu diesem Zeitpunkt in den etablierten Fraktionen von Rot und Schwarz nicht vertreten fühlten. Es wird der NameAUFgeboren.

auf logo 1987

1. AUF Logo 1987

Er steht für Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher.

Die Kandidatur der Wählergruppe AUF wird anschließend offiziell im Gasthaus Leitner in Andorf/OÖ bekanntgegeben. Ehrengäste sind Dr.Hans Achatz (BPO Ried) und Ernst Fuchs (LGF-OÖ). Als Kandidaten für den Fachausschuss OÖ werden nominiert: Moritzhuber Wolfgang, Hainzl Kurt, Markschläger Helmut, Scheuringer Josef und Tretsch Emanuel.

Ergebnis AUF-OÖ: Mit 13% gelingt es auf Anhieb mit 1 Mandat in den Fachausschuss OÖ einzuziehen. Das Mandat wird von Wolfgang Moritzhuber ausgeübt. Der DA Ried erreicht 26% und der DA Schärding 36%. Bemerkenswert ist, dass die AUF in den Bereichen DA III, Gmunden und Wels-Land sogar ohne eigenen Kandidaten enormen Zuspruch bekommt. Sie erhält so viel Stimmen, dass diese für ein Mandat ausgereicht hätten.

Hermann MirtschinZollwache: Hermann Mirtschin gelang ein Zentralausschussmandat bei der Zollwache. Leider ist er sehr früh und unerwartet verstorben.

Grazer Bernhard 1988

Bernhard Grazer (BH) 1988

1988: 1. ordentlicher Bundestag der AUF 30. Okt. in Attersee/OÖ;

1. Vorsitzender, Bernhard Gratzer

 

Kindshofer Herbert 1987

Herbert Kindshofer 1987

Der bisherige Vorsitzende der AUF- Gendarmerie Kindshofer Herbert löste aus familiären Gründen (erbte Bauernhof) sein Dienstverhältnis zur Gendarmerie.

Berger Manfred 1989 (2)

Berger Manfred

Neuer Vorsitzender der AUF-Gendarmerie wird Manfred Berger Ktn.

1991: Bei der Personalvertretungswahl „Gendarmerie OÖ“ behält die FCG trotz massiver Verluste (von 50,78% auf 38,15%) den Vorsitzenden. Die AUF (von 12,78% auf 31,13%) steigt zur zweitstärksten Fraktion auf und die FSG (von 36,43% auf 30,72%) geht als Verlierer hervor.

 

Viertauer Walter 1991

Walter Viertauer

Kressl Martin 1991

Martin Kreßl

Heinzl Kurt 1991

Kurt Hainzl

Mit dem Ergebnis kann die AUF ihre Mandatsanzahl im Fachausschuss von 1 auf 3 erhöhen. Entsprechend dem Personalvertretungsgesetz (PVG) wird Walter Viertauer zum Vorsitzenden Stellvertreter gewählt. Weiter Mitglieder im Fachausschuss sind Kurt Hainzl und Martin Kreßl.

 

Sitter Werner 1991

Werner Sitter

Schranz Kletus 1991

Kletus Schranz

 

Im Zentralausschuss der Bundesgendarmerie erreicht die AUF erstmals den Einzug mit 2 Mandaten: Werner Sitter (Ktn) und Kletus Schranz (Stmk)

 

 

Wagenthaler 1991

Josef Wagenthaler 1991

1993: Im Fachausschuss OÖ legt Kurt Hainzl sein Mandat zurück. Ihm folgt Josef Wagenthaler, der auf Wunsch von Walter Viertauer auch die Funktion des Vorsitzenden-Stellvertreter im Fachausschuss übernimmt.

1995: Bei der 8. Bundes-Personalvertretungswahl erreicht die Wählergruppe AUF im Fachausschuss Gendarmerie OÖ abermals 3 Mandate: Wagenthaler Josef, Viertauer Walter, und Kreßl Martin.

Steiner Josef 1991 FA Ktn

Josef Steiner 1991

Im Zentralausschuss für die „Gendarmerie“ erreicht die AUF 3 Mandate. Es zieht erstmals auch ein Kandidat aus OÖ ein. Damit ist die AUF mit Kletus Schranz (Stmk), Josef Steiner (Ktn) und Josef Wagenthaler (OÖ) vertreten.

 

 

1995_1 (1)Die Erstausgabe der Illustrierten „Blaulicht“ erscheint. Die Illustrierte soll 4 x jährlich erscheinen. Die Redakteure (Bilder von links): Josef Kleindienst (Chef), Josef Wagenthaler (Gendarmerie), Horst Binder (Sicherheitswache), Helmut Kamehl (Kriminaldienst), Friedrich Böhm (Justizwache) Ernest Windholz (Zollwache) und Seketariat: Petra Berghofer

Kleindienst Josef 1995  Wagenthaler Josef 1995 Binder Horst 1995 Kamehl Helmut 1992 Boehm Friedrich 1995 Windholz Ernest 1995 Berghofer Petra 1995

Kleindienst josef 2000

Josef Kleindienst

1998: Am 1. Mai 1998 wird in Zusammenarbeit der Freiheitlichen Arbeitnehmer und der AUF die „Freie Gewerkschaft Österreich – FGÖ“ gegründet. Zum Vorsitzenden wird Josef Kleindienst (Polizei Wien) gewählt.

 

Chronologie der Gewerkschaftsgründung:

30.Oktober 1988; Memorandum der AUF an den ÖGB mit der Forderung nach Anerkennung der AUF als Fraktion.

März 1989; Antwortschreiben des ÖGB. Anerkennung der AUF als Fraktion wird abgelehnt. Aussendung der AUF-Bundessektion Gendarmerie (Moritzhuber, Sitter)

April 1989; Demokratisch organisierte Gewerkschaft – KEIN Eintritt für die AUF.

September 1990; FPÖ: Haider bekennt sich zur Exekutive (Rede). Gewerkschaft öffentlicher Dienst im Zwielicht. Meinung zum Thema Gewerkschaft. Freiheitliche Arbeitnehmer fordern Fraktionsstatus im ÖGB.

Dezember 1990; Positionierung der AUF in Beziehung zur Gewerkschaft öffentlicher Dienst.

1991; FSG und FCG erklären, eine eigenständige Exekutivgewerkschaft zu planen, es geschieht allerdings nichts. In der FCG-nahen Zeitschrift „Exekutive“ wird das Ergebnis einer Umfrage zur Gründung einer eigenen Polizeigewerkschaft veröffentlicht. 100% der Befragten Antworteten mit JA zu einer eigenen Polizeigewerkschaft. 85% mit JA zu einer überparteilichen Polizeigewerkschaft und 80% lehnten eine Beteiligung von Konzeptbeamten an der Polizeigewerkschaft ab.

März 1992 Im AUF-Info wird unter dem Titel „AUF kontra? Gewerkschaft“ klargestellt, daß die AUF für eine eigene Fachgewerkschaft innerhalb des ÖGB (aber außerhalb der GöD) eintritt.

Juni 1992; Im AUF-Info präzisiert die AUF die Forderung nach einer eigenständigen Vertretung für die Exekutive („Hilflose Arbeitnehmervertretung“ – „Gehaltsabschlüsse der GöD“ – „Polizeigewerkschaft – AUF macht mit“) und veröffentlich das Ergebnis der Umfrage nach einer eigenen Polizeigewerkschaft.

Juni 1993; Im AUF-Info erfolgt eine Klarstellung der Kompetenzen für Personalvertreter und Gewerkschaft. Kampfansage dem Macht-Block ÖGB.

26.April 1995; Die AUF lädt zu einer 1.Verhandlungsrunde ein. Ziel sollte die Gründung einer gemeinsamen freiwilligen Interessensvertretung für Exekutivbeamte innerhalb des ÖGB jedoch außerhalb der GöD sein. Die Vorsitzenden und deren Stellvertreter aus den Zentralausschüsse blieben unentschuldigt fern. (AUF-Kurz-Info)

Juni 1995; Im AUF-Info erscheint der Artikel „Exekutiv-Gewerkschaft – Was meinen wir damit“ (Innerhalb des ÖGB als 15.Fachgewerkschaft – außerhalb der GöD). Außerdem wird ausführlich über das Beamten-Sparpaket berichtet.

7.August 1995; Am 13. Bundestag des ÖGB nehmen 654 Delegierte teil. Die GöD war mit 71 Delegierte dabei. Aus dem Exekutivbereich: Franz Kühberger (Gendarmerie – war als Referent für Wohnbauvereinigung in der GöD) geladen, die Gendarmerie mit Groß Alfred, die Justizwache mit Schinkel Leonhard und der Kriminaldienst mit Haslmayr Gottfried.

September 1995; Die AUF startet eine groß angelegte Unterschriftenaktion zur Gründung einer eigenständigen Exekutivgewerkschaft. Der Zuspruch ist überwältigend obwohl FSG und FCG-Funktionäre die Kollegenschaft unter Druck setzen.

19.September 1995; „Exekutivgewerkschaft im ÖGB – wie von der AUF gefordert? Nein Danke. Wir haben sie bereits, die Exekutivgewerkschaft in der GöD“ lauteten bundesweite Aussendungen von FSG und FCG. Mit einer Namenskosmetik – ohne entsprechende Beschlüsse (Statutenänderungen) benannte man die „Sektionen“ in der GöD in „Gewerkschaften“ um.

Sept./Okt. 1995; Das Ergebnis einer Umfrage der Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft (SWS) wird in den Medien verlautbart. Demnach vertrauen die Österreicher zu 67% der Polizei und lediglich nur 35 % der Gewerkschaft. Die Gewerkschaft veröffentlicht in ihrer Zeitschrift „Solidarität“ das Ergebnis verfälscht und gibt einen Vertrauensbeweis für die Gewerkschaft von 44% an.

Oktober 1995; Die FCG eröffnet den PV-Wahlkampf in OÖ. Wie selbstverständlich hat sie alle positiven Änderungen  „ERREICHT“ und bei negativen Änderungen „SCHLIMMERES“ verhindert.

18.Oktober 1995; Die AUF lädt nochmals die Vertreter der Zentralausschüsse für 9.11.95 in das Hotel Rathauspark ein. Unter dem Druck der Unterschriftenaktion sollte eine Absichtserklärung bezüglich Gründung einer eigenständigen Interessensvertretung unterzeichnet werden. Der Einladung folgte ein Erinnerungsschreiben am 31.10.95.

8.November 1995; Mit heutigem Stichtag wurden insgesamt 18.874 Unterschriften gezählt.

9.November 1995; Der Einladung blieben die meisten Eingeladenen unentschuldigt fern. Lediglich 2 nicht verhandlungslegitimierte Vertreter der Gendarmerie (FCG) erschienen.

November 1995; Im AUF-Info wird die Forderung nach einer eigenen Exekutivgewerkschaft erhoben. Dazu wird die Forderung in den Artikel „Warum eine Exekutivgewerkschaft“ – „Exekutivgewerkschaft: Pro und Kontra“ – „Die Pro-forma-Exekutivgewerkschaft verhandelt bereits eigenständig“ – „Gewerkschaftspraxis“ konkretisiert und ausgeführt.

September 1996;  Der ÖGB veröffentlicht in seiner Zeitschrift „Solidarität“ seine Bilanz. Danach bezahlten 1.583.356 Mitglieder insgesamt öS 2.427.200.000,– an Mitgliedsbeiträge. Der ÖGB beschäftigt ca.2000 Angestellte.

09./10.November 1996; Der Bundesparteiobmann der FPÖ Jörg Haider gibt in einer TV-Pressestunden bekannt, daß er die Bestrebungen der AUF und Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) unterstützen werde. Sollte der ÖGB nicht bereit sein mit den Arbeitnehmervertretern in Verhandlungen zu treten, wird die FPÖ die Gründung einer eigenen Gewerkschaft unterstützen.

11.November 1996; Die Kronen-Zeitung behauptet, die AUF sei in der Teilgewerkschaft GöD vertreten. Entgegnung.

04/05. Februar 1997; In einer gemeinsamen Vorstandssitzung der AUF/FA wurde einstimmig ein Verhandlungsteam bestellt. Die zentralen Forderungen an den ÖGB lauten: Anerkennung der AUF/FA als Fraktion mit allen Pflichten und Rechten, Einleitung einer Demokratisierung  des ÖGB (Urwahlen) und Gründung einer eigenen Fachgewerkschaft „Exekutive“ außerhalb der GöD.

12.Februar 1997 fand im Anton Hueber Bildungshaus des ÖGB eine erste Gesprächsrunde zwischen Vertretern des ÖGB und der AUF/FA bzüglich einer Zusammenarbeit statt. Seitens des ÖGB verhandelten Vizepräsident Günter Weninger und Irmgard Schmidleithner, Sekretär Karl Dochter und die Herren Karl Klein und Helmut Tomasek. Für die AUF/FA standen Michael Kreissl, Mag. Peter Goldgruber und Dr. Rüdiger Stix sowie Reinhard Gaugg und NAbg. Josef Meisinger. Die Beteiligten beurteilten das Verhandlungsergebnis vorsichtig optimistisch. Ein neuer Gesprächstermin wurde vereinbart.

21.Februar 1997; Die GöD veröffentlicht für ihre Funktionäre eine Mitgliederstatistik. Nach der Statistik hat die Exekutive in der GöD einen Mitgliederanteil von 10,3% (Allgemeine Verwaltung 34,1%, Lehrer 29,9%, Kammern, Bundesbetriebe u. Pensionisten 18,8%, Bundesheer 5,1%, Arbeitsämter 1,4% und Richter bzw. Staatsanwälte 0,4%). Weiters wird angegeben, dass die Mitgliederdichte im öffentlichen Dienst 52% beträgt.

März 1997; Das Monatsmagazin „TOP“ deckt eine Affäre um ein verschwundenes 250 Millionen-Sparbuch auf.

3.März 1997; Unter dem Slogan „Österreich gemeinsam bewegen“ startet eine Mitgliederwerbeaktion der Gewerkschaft. In einem dubiosen Flugblatt (FSG?) „Einfach zum Nachdenken“ werden Gewerkschaftsgegner aufgefordert, die angeblich gewerkschaftlichen Errungenschaften wohltätigen Zwecken zu widmen.

19.März 1997; ÖGB wirbt – AK zahlt; SP und VP beschlossen aus Zwangsbeiträgen der Arbeiterkammer eine Subvention von öS 940.000,– für eine ÖGB-Mitgliederwerbeaktion.

15.April 1997; Ergebnislos verlief die 2. Verhandlungsrunde mit dem ÖGB. Die Vertreter des ÖGB (Dohr, Weninger, Drochter, Klein und Schmiedleithner) waren überhaupt nicht gewillt auch nur einen Millimeter von ihren starren Positionen abzurücken. Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen und somit als gescheitert beurteilt.

15.-17. April 1997; Der Bundestag der Gendarmerie-Gewerkschaft wird in Murau/Stmk abgehalten. Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Leopold Keiblinger.

22.April 1997; „Gipfelgespräch mit der Bundesregierung“ lautet der Titel einer wichtigen Information der GöD. Dohr, Böhm, Neugebauer, Holzer und Pendl informieren ihre GöD-Funktionäre.

In etwas veränderter Form wird inhaltlich Gleiches unter „Top Info – Gendarmerie-Gewerkschaft OÖ weitergegeben. Unterzeichnet von Gerhard Reiter, Alfred Stockinger, Karl Gassner und Thomas Sigl.

29.April 1997; Brief an Gewerkschaftsmitglieder: Haiders alte Hüte werden als Gewerkschaft neu verkauft.

30.April 1997; Außerordentlicher Bundestag der RFA (AUF/FA) in Linz. Es wurde die Einsetzung eines Proponentenkomitees mit 180 Stimmen (8 Gegenstimmen) beschlossen. Das Komitee (Mag. Peter Goldgruber, Claudia Ebenberger und Wagenthaler Josef von der AUF, Hans Narrenhofer von der AUF-Eisenbahner und Gottfried Pfeifer, Rosemarie Puntschart, Heidi Wiener und Johann Weinberger von den FA) erhielt den Auftrag die Gründung einer eigenen Gewerkschaft (FGB – Freier Gewerkschaftsbund) vorzubereiten.

1.Mai 1997; Der Beschluß fand reges Medieninteresse.

Mai 1997; Flugblattaktion der sogenannten Exekutivgewerkschaft gegen die AUF.

 

FEG Gründer 1998

von links: Kletus Schranz(Gendarmerie), Robert Rauter (Zollwache), Horst Binder (Sicherheitswache), Josef Wagenthaler (Vorsitzender), Josef Kleindienst (FGÖ Vorsitzender), Heinz Laussermayr und Günther Perschy.

Im September 1998 wird in Altlengbach/Nö die 1. Fachgewerkschaft in der FGÖ, die „Freie Exekutiv Gewerkschaft – FEG“ gegründet. Der Vorstand: Wagenthaler Josef, Laussermayer Heinz, Schranz Kletus, Binder Horst, Kamehl Helmut, König Siegfried, Preininger Michael und Perschy Günther.

 

 

 

 

 

Preininger Michael 1998

Michael Preininger

 

Mit der Blaulichtzeitung 4/1998 (16. Ausgabe) scheidet Ernest Windholz als Redakteur aus. Ihm folgt Michael Preininger (Zollwache) nach.

1999: Der 1. Vorsitzende der FGÖ Josef Kleindienst bringt ein Buch mit dem Titel „Nie mehr Strafe zahlen“ auf den Markt und lässt sich vom Polizeidienst karenzieren.

Bei der Personalvertretungswahl kann die AUF Gendarmerie im Zentralausschuss 3 Mandate halten (Josef Steiner – Ktn, Martin Schoder – Stmk und Josef Wagenthaler – OÖ)

Im Fachausschuss OÖ verliert die AUF ganz knapp das 3. Mandat. Die Mandate werden von Josef Wagenthaler und Gerhard Wenny ausgeübt. Die Funktionsperiode der PV wurde von 4 auf 5 Jahre ausgeweitet.

Wagenthaler Josef 1999

Josef Wagenthaler

Josef Kleindienst legt im Sommer 1999 alle seine Funktionen zurück. Den Chefradakteur für die Blaulicht-Zeitung übernimmt Josef Wagenthaler.

Bei der Personalvertretungswahl kann die Sicherheitswache ihre starke Position halten. (Bilder von links) Zentralausschuss: Werner Radakovits und Horst Binder, für den Fachausschuss Wien: Heinz Laussermayer und Franz Stavik, für den DA Linz: Gerald Sinnhuber und den DAs Wien: Albert Schmiedt, Werner Herbert und Dietmar Hebenstreit.

Radakovits Werner 1999 Binder Horst 1999 Laussermayr Heinz 1999 Stavik Franz 1999 Sinnhuber Gerald 1999 Schmiedt Albert 1999 Herbert Werner 1999 Hebenstreit Dietmar 1999

2000: Josef Kleindienst erstattet Selbstanzeige: Er behauptet, seit 1993 im Auftrag von FPÖ-Politikern Daten aus Polizeicomputern abgefragt und an seine Auftraggeber weitergegeben zu haben, wofür er Geld erhalten habe. Laut Kleindiensts Aussagen seien diese von ihm an Politiker weitergeleiteten Denunziationen bald darauf in Boulevardblättern wie der Kronen Zeitung wiedergegeben worden. Die Affäre wird als „Spitzelskandal“ bekannt. Gegen mehr als zwanzig Personen werden daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch bzw. auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch eingeleitet, darunter gegen Jörg Haider und den Chef der Wiener FPÖ, Hilmar Kabas. Durch zahlreiche Suspendierungen (Polizei) wird beinahe die gesamte Personalvertretung der AUF-Exekutive in Wien lahm gelegt. Die meisten Ermittlungen werden jedoch bald wieder eingestellt. Lediglich gegen Kleindienst selber sowie gegen Michael Kreißl wird Anklage erhoben. Die ersten Urteile vom September 2002 (je sechs Monate Haft bedingt) werden schließlich wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Ein zweiter Prozess endet im Februar 2004 letztlich für alle mit Freisprüchen.

Die politische Situation: Bei der Nationalratswahl wird die FPÖ zweitstärkste Kraft und überholt die ÖVP ganz knapp. Sie bilden eine Koalition in der Regierung unter ÖVP Führung. Die hohe Erwartungshaltung innerhalb der Exekutive kann in der Folge von der AUF nicht erfüllt werden. Streitigkeiten und Turbulenzen in der Regierung führen dazu, dass die AUF in der Regierung kaum Gehör findet. Da zudem unliebsame, bereits unter der SPÖ/ÖVP Regierung begonnene Reformen (Pensionen, Beamtenabbau usw..) weiter vorangetrieben werden, enden die darauffolgenden Personalvertretungswahlen 2004 mit herben Verlusten für die AUF.

 

2004: Im Zentralausschuss der Gendarmerie verliert die AUF 1 Mandat. Die verbleibenden Mandate werden von Josef Steiner (Ktn) und Josef Wagenthaler (OÖ) ausgeübt.

Im Fachausschuss OÖ verliert die AUF ebenfalls ein Mandat. Die verbleibenden Mandate werden von Josef Wagenthaler und Gerhard Wenny ausgeübt.

2005: In Zusammenhang mit der Schengen-Erweiterung in der EU erfolgt eine Totalumstrukturierung der Exekutive. Die aufgelöste Zollwache wird nun völlig in die anderen Wachkörper eingegliedert. Der Kriminaldienst wird mit der Sicherheitswache zusammengelegt und letztendlich werden auch Gendarmerie und Sicherheitswache zu einem Wachekörper „POLIZEI“ zusammengelegt. Damit einhergehend wird auch für die Personalvertretung eine drastische Verringerung der Zentralausschussmandate (von 45 auf 12) umgesetzt, die in der Folge – wohl nicht ganz ungewollt – beinahe dazu führt, dass die AUF aus diesem Gremium eliminiert wird.

2006: Die infolge der Zusammenlegung notwendige Zwischenwahl in der Polizeipersonalvertretung wird durchgeführt. Angesichts der Umstrukturierungen – die trotz eines ÖVP-Innenministers (Ernst Strasser) vorwiegend der AUF als Umfaller angelastet werden – schafft es die AUF im Zentralausschuss der Polizei 1 Mandat zu halten. Josef Wagenthaler – OÖ kann sowohl im Zentralausschuss als auch im Fachausschuss OÖ (erste Wahl zusammen mit den SPK Linz, Wels und Steyr) 1 Mandat erlangen.

Die AUF hält nur mehr in Wien, OÖ und der Steiermark ein Fachausschussmandat (in OÖ erreicht die AUF gerade noch 7 DA-Mandate (gegenüber 22 bei der Wahl 2004). Die ganze Arbeit (AUF, FGÖ, FEG, PV) lastete auf den Schultern weniger Personalvertreter, die der AUF die Treue halten und trotz aller Enttäuschungen und Anfeindungen an sie glauben. Josef Wagenthaler (OÖ) und Albert Schmied (Wien) tragen in dieser Zeit die Hauptlast und können nur unter Aufbietung immenser Anstrengungen ihre Funktionen ausfüllen. Dies vor allem deshalb, weil nur mehr wenige Funktionäre bereit sind, aktiv in der AUF mitzuarbeiten. Einige wechseln zu anderen Fraktionen, während sich viele aus der Personalvertretung gänzlich zurückziehen.

Die politische Situation: Die Koalition FPÖ/ÖVP geht in der Folge endgültig in die Brüche. Dabei spaltet sich aus der FPÖ das BZÖ quasi mit der ganzen Regierungsmannschaft ab. In den Umfragedaten liegt die FPÖ nur mehr bei knapp 5%. Viele Funktionäre wandern zum BZÖ ab. In dieser Phase wird die FPÖ von HC Strache übernommen und neu aufgebaut. Ein notwendiger Neuanfang ist gemacht, der bald wieder Stabilität und Erfolg bringen sollte.

2009: In den Umfragen liegt die FPÖ bereits wieder bei ca. 20%. Das bewirkt, dass – auch in den Vorfeldorganisationen – wieder neue Leute dazukommen und sich aktiv einbringen. Trotz der mit einem Neuanfang zwangsläufig einhergehenden, internen Querelen gelingt es, bei der Personalvertretungswahl wieder stark zuzulegen. Im Zentralausschuss steigert sich die AUF auf 2 Mandate – Dietmar Hebenstreit (Wien) und Erich Hubert (Vbg) – und ist auch in fast allen Fachauschüssen (ausgen. Sbg) wieder vertreten. Im Fachausschuss OÖ kann die AUF ihren Stimmenanteil sogar beinahe verdoppeln und verfehlt das 2. Mandat nur um wenige Stimmen (das erreichte Mandat wird von Josef Wagenthaler ausgeübt).

2014: Bei der Personalvertretungswahl erreicht die AUF im Zentralausschuss 25,25% Stimmenanteil und kann ein 3. Mandat dazugewinnen (Dietmar Hebenstreit – Wien, Reinhold Maier – Stmk. und Franz Hartlieb – Ktn.)

In OÖ kann sich die AUF auf 29% (+8%) steigern und ein 2. Mandat dazugewinnen. Die Mandate werden von Josef Wagenthaler und Robert Neuwirth ausgeübt.