Landesleitzentrale Neu startet!

Wenn heute die LLZ-Neu ihren (Echt-)Betrieb aufnimmt, werden wohl wie immer bei derartigen Projekten gewisse Anfangsschwierigkeiten unvermeidbar sein.

Vorab ist klarzustellen, dass wir als AUF/FEG einer Professionalisierung und Effizienzverbesserung bei der Notrufbearbeitung positiv gegenüberstehen. Wenn daher unter Verwendung modernster Technologie die Zeit vom Notruf bis zum Einsatz verkürzt wird und der automatische E-Call-Notruf, der in neuen Autos eingebaut ist, zentral empfangen und bearbeitet wird, bedeutet dies sicherlich einen Mehrwert. Auch der rasche Austausch mit anderen Blaulichtorganisationen per Knopfdruck ist als Win-win Situation zu erachten, die den Notrufbearbeitern und Disponenten ihre Arbeit erleichtern wird.

Tatsache ist aber auch, dass gewisse – insbesondere infrastrukturelle – Defizite den Start der LLZ-Neu erwartbar holprig gestalten werden:

1. Das notwendige Personal weist nicht ausnahmslos die wünschenswerte Erfahrung/Qualifikation auf und musste vereinzelt „zwangsbeglückt“ werden.
2. Nach wie vor gibt es in OÖ noch keinen flächendeckenden Digitalfunk, der immer als unabdingbare Voraussetzung für die neuen Landesleitzentralen erachtet wurde.
3. Das vielgepriesene „ELKOS“ soll noch immer mit gewissen Betriebsproblemen behaftet sein, wie man auch aus anderen Bundesländern hört.
4. Die Unterbringung der LLZ-Neu im bestehenden Gebäude der Landespolizeidirektion darf milde formuliert als suboptimal bezeichnet werden und bedeutet für die Dienst versehende Kollegenschaft auf Grund einer gewissen Platznot eine zusätzliche Herausforderung.

5. Ob schließlich mit 4 Notrufbearbeitern und insgesamt nur 68 Bediensteten das Auslangen gefunden werden kann, wird sich weisen. Die Annahme von ca. 2.000 Notrufen pro Tag erachten wir als eher zu niedrig, da es in einem vergleichbaren Bundesland wie der Steiermark durchschnittlich über 3.000 sind.

Alles in allem besteht daher aus unserer Sicht noch kein Grund zum Jubel, wie dies etwa in manchen Medienberichten der Fall ist. Die vermeintlich für den Außendienst frei gespielten Kräfte (70 Mann) gibt es in Wahrheit derzeit noch nicht. Wann es sie in welchem Ausmaß geben wird, bleibt abzuwarten, da in den Bezirksleitstellen weiterhin eine gewisse Arbeitsbelastung in diesem Zusammenhang gegeben sein wird. Auch ob etwa das neue – derzeit noch in der ersten Phase der Entstehung befindliche – LLZ-Gebäude planmäßig (Frühjahr 2021) einsatzbereit sein wird, ist aus heutiger Sicht noch fraglich.

Für uns ist daher eines festzuhalten: 

Es wird wieder einmal der besonderen Leistungs- und Opferbereitschaft der Kollegenschaft bedürfen, damit auch dieses Projekt mittelfristig einer erfolgreichen Umsetzung zugeführt werden kann!

Euer Team der AUF/FEG 

Beitragsfoto: APA/Leiss

Author: AUF OOE FA 2

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