Bundespensionskasse: Abfindung!

Auf Grund einiger Anfragen möchten wir euch zum Thema “Abfindung” von Pensionsansprüchen aus der Bundespensionskasse ein paar Fragen beantworten:

1. Warum bzw. wann erhalte ich eine Abfindung meiner Ansprüche aus der Bundespensionskasse?

Das Guthaben der öffentliche Bediensteten in der Bundespensionskasse (Anm.: Nicht zu verwechseln mit dem virtuellen Guthaben auf dem Pensionskonto) ist grundsätzlich dazu gedacht, eine zweite – betriebliche – Pension neben der staatlichen Pension zu finanzieren. Dieses Guthaben ergibt sich aus Beiträgen des Dienstgebers (0,75% der pensionsfähigen Einkünfte) und allfälligen Veranlagungsgewinnen. Darüber hinaus kann das Guthaben auch durch Eigenleistungen erhöht werden. Wenn das Guthaben zum Zeitpunkt der Pensionierung den Betrag von € 12.300.- (2018) nicht übersteigt, erfolgt jedoch eine einmalige Auszahlung (=Abfindung).

2. Erhalte ich den Betrag “brutto für netto”?

Die Auszahlung erfolgt bis zu einer Höhe von € 11.000.- ohne jedweden Abzug. Darüber hinausgehende Beträge (maximal € 1.300.-) führen zu geringen steuerlichen Abzügen von maximal € 162, 50.-. Von der Steuerbefreiung im Fall der Abfindung sind allfällige Prämienleistungen ausgenommen. Wer also das Prämienmodell gewählt und Eigenleistungen entrichtet hat, muss die Prämien bei einer Abfindung zurückzahlen.

3. Wie hoch ist diese Abfindung?

Die Höhe richtet sich nach den seit 1999 geleisteten Beiträgen zuzüglich der gegebenen Veranlagungsgewinne (beachte dazu die jährliche Information der Bundespensionskasse). Aktuell kann man durchschnittlich mit einer Abfindung in Höhe von mehr als € 4.000.- rechnen (ohne Eigenleistung). Bei einem angenommenen pensionsfähigen Jahreseinkommen von € 40.000.- kommen da beispielsweise pro Jahr ohne Veranlagungsgewinn € 300.- dazu. Eine Antragstellung ist nicht erforderlich und erfolgt die Auszahlung automatisch nach der Pensionierung.

4. Ist das eine Art “Abfertigung” für Beamte?

Nein, diese Leistung hat mit einer Abfertigung nichts zu tun. Eine Abfertigung gebührt Beamten derzeit nur in bestimmten Ausnahemfällen bei Beendigung des Dienstverhältnisses (z.B. Austritt kurz nach Geburt eines Kindes oder im Falle der Verehelichung). Inwieweit Beamte aber auch zukünftig bei ihrer Pensionierung eine Abfertigung als Ausgleich für die Differenz zwischen dem Einkommen im Aktivstand und im Ruhestand erhalten können/sollen, ist derzeit in Diskussion. So erhalten sogenannte Antragsbeamte, welche pensionsrechtlich dem Vertragsbedienstetengesetz unterliegen, sehr wohl eine Abfertigung. Da junge – vollharmonisierte – Beamte (Jahrgang 1976 und jünger) ebenfalls nur mehr eine Pension wie Vertragsbedienstete erhalten werden, gehen wir von einer notwendigen Ausdehnung des Abfertigungsanspruchs aus.

Für weitere Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung!

Euer Team der AUF/FEG

Author: AUF OOE FA 2

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