Burnoutkranke oder Simulanten?!

Laut einer aktuellen Studie sind 8% der arbeitenden Österreicher an Burnout erkrankt und 17% sind schwer sowie 19% leicht gefährdet, daran zu erkranken!

Noch immer werden Burnoutgefährdete allzu gerne als Simulanten abgestempelt. Erst wenn sie das Stadium der völligen Erschöpfung und Arbeitsunfähigkeit erreichen, wird der Ernst des Problems erkannt, doch dann ist es zumeist zu spät.

Quelle: Studie im Auftrag des Sozialministeriums

Burnout ist bereits Volkskrankheit!

“Burnout ist eine Volkskrankheit”, stellt Michael Musalek, Leiter des Anton-Proksch Instituts und anerkannter Suchtforscher klar. Dass bereits mehr als 600.000 Österreicher unter einem schweren Burnout leiden und über 2,7 Millionen entweder akut oder leicht gefährdet sind, belegt diese Tatsache eindrucksvoll.

Als Ursache für Burnout sieht er aber etwa nicht nur lange Arbeitszeiten (in Verbindung mit Überstunden) sondern auch eine Art „Arbeitssucht“ bzw. das Bestreben seine Arbeit bestmöglich und zur vollsten Zufriedenheit seines Arbeitgebers zu erledigen:

Das sind – anders als oft gesagt wird – keine Menschen, die nicht arbeiten wollen. Ganz im Gegenteil: Aufgrund ihres oft hehren Berufsethos geraten sie an ihrem Arbeitsplatz in einen Rollenkonflikt (Zitat Musalek).

Beispielhaft verweist er auf etwas ältere, gut ausgebildete Poliere auf österreichischen Baustellen. Sinngemäß führt er an, dass diese zu Beginn ihres Berufslebens gelernt haben, Aufträge maximal professionell auszuführen. Aufgrund des zunehmend Drucks in immer kürzeren Intervallen unter immer schwieriger werdenden Bedingungen ihre Projekte zum Abschluss bringen zu müssen, geraten sie in die Burnoutspirale.

Der Verlauf der Burnoutspirale!

In einer ersten Phase ist oftmals der Griff zu Medikammenten festzustellen, wobei Musalek auch Alkohol meint. Erste Anzeichen können hier eine reduzierte Reizschwelle bis hin zu einer erhöhten Aggressivität sein. Bereits im Stadium zwei sind gesundheitliche Beeinträchtigungen wie innere Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen oder Schwindelzustände zu erkennen, betont Experte Musalek. Werden diese Syptome ignoriert und nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen, endet diese Entwicklung in einem Zustand völliger Erschöpfung und sehr langer oder sogar dauerhafter Arbeitsunfähigkeit.

Wir als Personalvertretung müssen diese Aussagen leider bestätigen. Neben einer gewissen Mitschuld des Dienstgebers, der im Rahmen seiner Fürsorgepflicht entsprechende Vorsorge zu treffen hätte, ist aber auch der Umstand, dass sich Betroffene viel zu spät ihre Erkrankung eingestehen, für diese Spirale verantwortlich.

Euer Team der AUF/FEG

Author: AUF OOE FA 2

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