EXEKUTIVDIENSTGESETZ JETZT!

Exekutivbedienstete nehmen in der Beamtenschar zweifellos eine Sonderstellung ein. Berufstypische Belastungen und Erschwernisse erfordern dienstrechtliche Sonderbestimmungen, deren Berechtigung und Notwendigkeit in anderen Bereichen im öffentlichen Dienst so nicht gegeben sind. Es braucht eben ein Exekutivdienstgesetz (EDG): Umfassende Bestimmungen in dienst- besoldungs- und pensionsrechtlichen Belangen haben den besonderen Erfordernissen in der Exekutive Rechnung zu tragen!

Doch seitens der großen Beamtengewerkschaft „GÖD“ sieht man hier offenbar keinen Handlungsbedarf. Forderungen nach zustehenden Verbesserungen werden von Seiten der GÖD zumeist für alle öffentlich Bediensteten erhoben („Nur gemeinsam sind wir stark“), was mangels Begründbarkeit zum Scheitern führt.

Der aktuelle Bericht zum Personal des Bundes belegt nun neuerlich, dass die Exekutive insbesondere in gesundheitlicher Hinsicht regelrecht an die Wand gefahren wird und etwa im Vergleich zur Lehrerschaft eindeutig benachteiligt ist:

Vergleich Exekutive und Lehrerschaft im Bundesdienst (Bericht zum Personal des Bundes):
1. Bei den Lehrpersonen ist das Durchschnittseinkommen im Ruhestand um fast 13% höher als im Aktivstand (Durchschnitt vom Eintritt ins Erwerbsleben bis zur Pension). Bei den Exekutivbediensteten ist das Durchschnittseinkommen im Ruhestand diesbezüglich jedoch über 25% niedriger als im Aktivstand. Ein Drittel der Pensionsabgänge in der Exekutive erfolgt trotz enormer Einkommensverluste aus gesundheitlichen Gründen.
2. 32% der Lehrpersonen im Bundesdienst machen aktuell von der Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung Gebrauch.
Demgegenüber wird bei einer Teilzeitquote von nicht einmal 5% in der Exekutive Müttern mit schulpflichtigen Kindern und gesundheitlich angeschlagenen KollegInnen aus Personalnot die Teilzeit verwehrt.
3. Von den beamteten Lehrpersonen im Bundesdienst ist der Anteil der im Ruhestand befindlichen Bediensteten um über 75% höher als der Anteil der aktiven Bediensteten.
Bei der Exekutive ist der Anteil der Im Ruhestand befindlichen Bediensteten um über 45% niedriger als jener im Aktivstand. Das ist somit auch ein Indiz für eine deutlich niedrigere Lebenserwartung im Bereich der Exekutive.

Zur Klarstellung: Natürlich gibt es auch im Lehrberuf entsprechende Belastungen und freuen wir uns für die Lehrerschaft, dass die GÖD hier zahlreiche Verbesserungen erkämpften konnte. Nichtsdestotrotz sieht die AUF/FEG aus gewerkschaftlicher Sicht den größten und drängendsten Handlungsbedarf jetzt im Bereich der Exekutive!

 

Die AUF/FEG wird daher weiterhin auf gewerkschaftlicher und politischer Ebene für ein EDG kämpfen. Je mehr ihr uns dabei stärkt, umso RASCHER wird unsere Stimme gehört werden.


Quelle: https://www.oeffentlicherdienst.gv.at/fakten/publikationen/PJB_2016_BF.pdf?5rh0q5

 

Author: AUF OOE FA 2

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