Exekutive: Opferlamm im öffentlichen Dienst!

Das Durchschnittseinkommen* sinkt für Exekutivbeamte in der Pension um € 11.870.- pro Jahr (-24%). Im Unterschied dazu steigt das Durchschnittseinkommen für Lehrpersonal im Bundesdienst in der Pension um € 6.558.- pro Jahr (+13%) an. Dazu kommt noch, dass Exekutivbeamte eine drastisch niedrigere Lebenserwartung haben!

Siehe die aktuellen Zahlen zum “Personal des Bundes”: PJB_2017

Dies bestätigt somit auch die Dringlichkeit unserer jahrzehntelangen Forderung nach gesonderten Dienstrechtsbestimmungen für die Exekutive (Stichwort EDG), um die besonderen Belastungen und spezifischen Erschwernisse auszugleichen.

Die Fakten: 

  1. Lebenseinkommen: Das niedrige Grundgehalt sorgt im Zusammenwirken mit nicht pensionswirksamen Nebengebührenwerten und einem großteils auf Mehrdienstleistungen aufgebauten Einkommen (zusätzlich zu den durch Pensionsreformen bedingten Verlusten) zu dramatischen Einbußen im Ruhestand, die geradezu im Widerspruch zum verfassungsrechtlichen Alimentationsprinzip stehen. Im Vergleich zu den Lehrpersonen zahlen wir nämlich nur ungefähr 4% weniger Pensionsbeiträge und bekommen aber eine um 35% niedrigere Pension!                                                                                                                                                                      
  2. Lebenserwartung: Die besonderen spezifischen Belastungen im Exekutivdienst (gefahrengeneigter Außendienst, Nachtdienst, Überstundenbelastung etc.) führen nicht nur zu einer deutlich früheren Dienstunfähigkeit sondern verringern auch die Lebenszeit in der Pension dramatisch. Auf zwei aktive Exekutivbeamte kommt nur ein pensionierter Exekutivbeamter. Einer beamteten Lehrperson im Bundesdienst stehen knapp zwei pensionierte Kollegen gegenüber.

 

Notwendige Maßnahmen aus Sicht der AUF/FEG:

  • Mehr Personal: Die steigende Belastung teilt sich auf immer weniger verfügbares Personal auf. Die Exekutive ist kurz davor auszubrennen. Es braucht sofort eine merkliche Personalverstärkung insbesondere auf den Basisdienststellen.
  • Besserer Gesundheitssschutz: Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsberatung alleine sind zu wenig. Besonders die Bediensteten der Generation 50-plus spüren die Gesundheitsfolgen jahrzehntelanger Belastungen. Damit sie ihr ihren Ruhestand auch noch halbwegs genießen können, braucht es eine altersgerechte Entlastung.
  • Bessere Entlohnung von Überstunden: Eine entsprechende Steuerbegünstigung für die dem Personalmangel geschuldeten Überstunden und die Einrechnung von Zulagen in deren Grundvergütung, würde die Überstunden für den Staat entsprechend verteuern, um ihn endlich dazu zu zwingen, wirklich für ausreichend Personal zu sorgen.
  • Änderungen bei der Deckelung der Nebengebührenzulage: Die Höhe der Pension wird ohnehin bereits reformbedingt reduziert. Eine weitere Reduktion durch die diesbezügliche Deckelung sollte daher nur greifen, wenn die zustehende Höchstpension überschritten würde.
  • Abschlagsfreiheit für Schwerarbeiter: Wenn Exekutivbeamte durchschnittlich mit 59 Jahren infolge ihrer gesundheitsbelastenden Tätigkeit in Pension gehen müssen, dann belegt dies ihre Berechtigung wenigstens ab 60 als anerkannte Schwerarbeiter bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen abschlagsfrei gehen zu können.
*Mit “Durchschnittseinkommen” ist jenes Einkommen gemeint, welches durchschnittlich im Aktivstand bzw. Ruhestand (gerechnet auf die gesamte Bezugsdauer) bezogen wird.

Euer Team der AUF/FEG

 

 

 

Author: AUF OOE FA 2

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