Gehaltserhöhung 2020: Was ist zu erwarten?

Bei Gehaltsverhandlungen ist entscheidend, wer am Verhandlungstisch sitzt. Zwar nicht in Bezug auf die Größe des Kuchens, sehr wohl aber in Bezug auf seine Verteilung. Das wurde im Vorjahr eindrucksvoll bestätigt.

Wichtig: Vorwiegend ausschlaggebend für das Ausmaß der Gehaltserhöhung ist bekanntlich die Teuerungsrate (relevanter Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019). Diesbezüglich liegt die maßgebliche Inflationsrate laut Statistik Austria für heuer bei lediglich 1,71% und kann das beste Verhandlungsteam daran nichts ändern.

Ein Rückblick auf das Vorjahr!

Die Abgeltung der Teuerung (es waren im Vorjahr 2,02% maßgeblich) bedeutete ein Volumen von 275 Mio Euro. Als Anteil am Wirtschaftswachstum wurde für die ca. 200.000 direkt Betroffenen ein zusätzlicher Betrag von 100 Mio Euro (insgesamt also 375 Mio) budgetiert, was eine durchschnittliche Erhöhung von 2,76% ausmachte.

Erfolg der AUF/FEG: Dank intensiver Gespräche mit Vertretern des damals freiheitlich geführten BMÖDS konnten wir eine teilweise Fixbetragserhöhung (Gehälter wurden anteilig für jeden Beamten gleichermaßen um einen Sockelbetrag in Höhe von € 19,50.- erhöht) durchsetzen. So konnten sich alle Polizeibediensteten der Verwendungsgruppe E2a und E2b über eine Erhöhung zwischen 3% und 3,5% freuen. Auch die Gehälter einer Mehrheit der E1 Beamten wurden dadurch um mehr als 2,76% erhöht.

Vorschau auf das Jahr 2020!

Für die Gehaltserhöhung 2020 ist nun eine Teuerungsrate von 1,71% maßgeblich. 
Somit ist für die Abgeltung der Inflation dieses Mal nur ein Volumen von 239 Mio Euro vorzusehen. 
Geht man nun von einer ähnlich wertschätzenden Beteiligung am Wirtschaftswachstum wie im Vorjahr aus, wäre somit eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von ca. 2,4% vorstellbar (dem Vernehmen nach derzeit eine optimistische Einschätzung).

Fallbeispiel:
Eine Erhöhung um 2,4% würde für einen durchschnittlichen E2b Beamten lediglich € 60.- brutto bedeuten.

Anmerkung: Würde man jedoch z.B. die Hälfte des Volumens anteilig in Form eines für alle gleich hohen Fixbetrags verteilen, würde unser Fallbeispiel immerhin € 90.- brutto und somit 3,6% mehr erhalten.

Am 24. Oktober soll nun die erste Gehaltsrunde zwischen Vertretern der GÖD und der Regierung stattfinden und man darf gespannt sein, ob zumindest ein Teil des Kuchens gerecht verteilt wird oder erneut wie in früheren Jahren eine rein prozentuelle und vor allem Spitzenbeamte begünstigende Gehaltserhöhung kommt.

Euer Team der AUF/FEG

Author: AUF OOE FA 2

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