Gehaltsverhandlungen: Schluss mit der Show!

Sind die Gehaltsverhandlungen zwischen Regierung und GÖD in Wahrheit nur eine Show?

Wie das Finanzministerium am 15. Oktober bekanntgab, habe man nunmehr – so wie üblich – noch vor Beginn der Gehaltsverhandlungen ein Volumen in Höhe von 1,4% bis 1,5% für die Anpassung der Beamtengehälter im Jahre 2021 budgetär eingepreist. Eine nennenswerte Überschreitung dieser im Voranschlag für den Staatshaushalt fixierten Summe sei laut Medienberichten nicht zu erwarten. 


Für uns stellt sich daher die Frage, ob wir angesichts dieser fixierten Vorgabe jedes Jahr ein über Monate andauerndes Schauspiel brauchen, wo am Ende des Tages stolz verkündet wird, dass man nach zähen Verhandlungen im Sinne der Kollegenschaft noch den einen oder anderen Zehntelprozentpunkt herausschinden konnte.

Tatsächlich sollte es vielmehr um eine gerechte Verteilung des Kuchens gehen und nicht darum, dass man noch ein wenig Zucker darauf streut!

Wie sieht die Ausgangslage aus?

Die jährliche Gehaltsanpassung soll bekanntlich in guten Zeiten die Kaufkraft stärken oder jedenfalls in schlechteren Zeiten erhalten. Heuer geht es offensichtlich darum, die Abgeltung der Teuerungsrate (Inflation) sicherzustellen. Diese liegt für den maßgeblichen Zeitraum (Oktober 2019 bis September 2020) bei 1,47%. Eine nennenswert darüber hinausgehende Erhöhung ist aus den angeführten Umständen und auf Grund der Tatsache, dass selbst die Metaller heuer bei nur 1,45% abgeschlossen haben, nicht zu erwarten. Konzentrieren wir uns also auf die Inflationsabgeltung und wie diese gerechter Weise aussehen sollte.


Was bedeutet Inflationsabgeltung genau?

Ausschlaggebend dafür ist der durchschnittliche Anstieg vom Verbraucherpreisindex (VPI). Der Warenkorb für den Verbraucherpreisindex wird von der Statistik Austria erstellt und alle 5 Jahre neu erstellt. Dieser Warenkorb umfasst verschiedene Güter wie unter anderem Getreideprodukte, Fleischwaren, Fisch, Milch, Käse, Eier, Fette, Öle, Obst und Gemüse einschließlich Kartoffeln. Die Inflation (Teuerungsrate) beziffert also den Anstieg der Lebenshaltungskosten in einem privaten Haushalt, der sich in einem entsprechenden Eurobetrag für alle Verbraucher im Durchschnitt in gleicher Höhe manifestiert. 

Wie sieht nun eine gerechte Verteilung aus?

Eine der Teuerung entsprechende Gehaltsanpassung (Anmerkung: Diese ist eigentlich nur die Verhinderung einer Wertminderung des Einkommens und keine Erhöhung!) in Form einer prozentuellen Erhöhung des individuelles Einkommens durchzuführen, widerstrebt dem Prinzip einer gerechten Verteilung.
Die Gehaltsschere geht so nämlich immer weiter auseinander.

Der Vergleich macht sicher und offenbart die Ungerechtigkeit einer prozentuellen Erhöhung!

Beispiel: Für einen Spitzenbeamten mit einem Einkommen von € 12.000.- steigt das Einkommen bei einer Erhöhung um 1,5% um € 180.- monatlich. Für einen durchschnittlichen Exekutivbeamten lediglich um ein Viertel dieses Betrags also € 45.-.


Wir halten also fest!

Wenn das Volumen der Gehaltserhöhung ohnehin bereits vorab begrenzt ist, gilt es nicht, um den einen oder anderen Zehntelprozentpunkt zu feilschen (0,1% bringt unserem Kollegen aus dem Beispiel gerade mal € 3.-). Es braucht vielmehr eine gerechte Verteilung des „Kuchens“ indem jedenfalls die Teuerung durch einen für alle gleich hohen Fixbetrag etwa in Höhe von € 90.- abgegolten wird!

Das versteht jedenfalls die AUF/FEG unter Interessensvertretung!

Author: AUF OOE FA 2

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